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Brennercom: Schließt an – Quelle TWin.side

25 Apr 2014

TWin.side

Wolkig mit Aussicht auf noch mehr Wolken – so könnte man die aktuelle Lage der Brennercom umschreiben. Mit trister Stimmung hat das allerdings gar nichts zu tun, viel mehr geht es dabei um den neuen Geschäftsbereich b.Cloud, als Cloud-Computing, dem sich das Unternehmen mit Südtiroler Wurzeln neben den bereits etablierten Bereichen Telefonie, Internet und Datenanbindungen mit voller Kraft und hohen Investitionen widmet.Die Tiroler Cloud-Infrastruktur des 1998 gegründeten Unternehmens ist die dritte – in Bozen und Trient startete man nach intensiven Vorlaufzeiten 2013. Tirol, wo die Brennercom seit 2006 agiert und nun seit Februar ebenfalls iCloud anbietet, soll größenmäßig anschließen. Dazu wurden die bestehenden Räumlichkeiten im TWI flächenmäßig erweitert, hier wird die Cloud-Infrastruktur für Tiroler Unternehmen und Institutionen aufgebaut. “All das, was man unter Cloud-Computing versteht – die Auslagerung von Daten, die externe Abspeicherung, der Bezug externer Rechenleistung oder auch das Unterstellen eigener Geräte in einem sicheren Raum – passiert hier vor Ort in unserem Rechenzentrum”, erklärt Brennercom-Geschäftsführer Karl Manfredi. Und das Interesse an der Dienstleistung ist groß: “Wir haben sehr viele Anfragen, das Interesse, auch seitens großer Tiroler Unternehmen, ist enorm – der zusätzliche Raum wird also bald genützt werden.”Big Data in Zukunft

Fünf Mitarbeiter sind am Standort Innsbruck beschäftigt, 200 sind es gesamt an den Standorten in München, Bozen, Trient, Verona, Rom, Mailand, Catagna und im Friaul. Besonders im Fokus liegen derzeit Mailand und Innsbruck – die Hauptmitbewerber sind die Telekom Austria und Italia – “die Wettbewerbsintensität ist aufgrund des Kabelfernsehens in Österreich aber sicher höher”, erklärt Manfredi, der die Zukunft ganz klar in Glasfasernetzen sieht. “Alles andere ist viel zu schwach.” Mit heutiger Technik kann mit einer Faser binnen einer Sekunde der Inhalt von über 240 DVDs übertragen werden – “und wir sind erst am Anfang. Man weiß nicht, wo die Leistungsgrenze liegt.” Aber eins weiß man: “Wir werden diese enorme Leistungsfähigkeit brauchen. Denn was wir heute als Big Data bezeichnen, darüber werden wir in zwanzig Jahren lachen. Für uns als Unternehmen ist das Ganze natürlich extrem spannend, weil wir permanent am Ball bleiben müssen, wir befinden uns natürlich auch mit den Herstellern im permanenten Austausch.”

Südtirol, das in Sachen Glasfaser mittlerweile als Modellregion gilt, wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren voll erschlossen sein. In Tirol mahlen die Mühlen langsamer. “Die hierfür verfügbaren Netze wurden in der Nachkriegszeit errichtet – damals waren diese aber antürlich nur auf Telefonie ausgerichtet.” Mit gewissen technischen Kniffen könne die Infrastruktur natürlich ausgereizt werden, meint Manfredi. Aber das ist endlich. “Das Prinzip ist einfach: Um schwere Lasten zu transportieren, kann man einen Ochsenkarren verwenden – oder aber einen Sattelschlepper. Wir benützen Letzteren.”